Das "richtige" Halbmarathon-Training
Alessia Zwahlen erarbeitete für ihre Maturaarbeit Trainingspläne.
Am Sonntag stehen wieder Tausende am Start des SwissCityMarathons in Luzern. Haben alle «richtig» trainiert? 2018 machte Alessia Zwahlen aus Hünenberg das Halbmarathon-Training zum Thema ihrer Maturaarbeit.
Heute studiert Alessia Zwahlen im 1. Semester Medizin. Vor einem Jahr steckte sie mitten in ihrer Maturaarbeit. «Training methods and their effects on the runner’s performance» so der Titel. Selbst begeisterte Läuferin wollte die 19-Jährige wissen, warum man wie trainieren soll: «Als ich 2017 meinen ersten Halbmarathon gerannt bin, habe ich mich nicht gezielt darauf vorbereitet.» Nach dem Beitritt in die Laufgruppe Cham sei sie das Training strukturierter angegangen. Das theoretische Wissen habe ihr aber gefehlt.
Ausdauer oder Intervall
Im Rahmen ihrer Maturaarbeit vertiefte sich Alessia Zwahlen ins Thema Trainingslehre. Wie wird man schneller, mit Ausdauer- oder Intervall-Training? Für den Praxistest stellten sich ihr sieben Personen zur Verfügung. Diese legten den Fokus 16 Wochen lang entweder auf Ausdauer- oder Intervalltraining. Die Trainingspläne schrieb Alessia Zwahlen anhand der entsprechenden Literatur selbst. Zum Feldtest gehörten auch zwei 10-Kilometer-Testläufe. Beim abschliessenden Halbmarathon liefen zwei Läuferinnen eine persönliche Bestzeit. Dass es nicht mehr waren, liegt wohl vor allem daran, dass der letzte Halbmarathon bei einigen schon vier Jahre zurückgelegen hatte.
Richtige Mischung
Alessia Zwahlen bezeichnet das Projekt als gelungen, weil sie - wie auch alle Testpersonen - vom Experiment profitieren konnte. Ihre wichtigste Erkenntnis: «Es gibt keine 0815-Trainingspläne. Will man sich seriös auf einen Lauf vorbereiten, sollte der Plan individuell abgestimmt sein.» Und kein Trainingsplan enthält nur Ausdauer- oder nur Intervall-Training. «Einen Schwerpunkt zu setzen, war aber fürs Experiment wichtig. Natürlich kommt es auf die richtige Mischung an», so das Fazit der Medizinstudentin. Für Sonntag bleibt zu hoffen, dass alle Läuferinnen und Läufer gut trainiert haben und sie ihre Ziele erreichen. In diesem Sinne: Allen Teilnehmenden viel Glück und schnelle Beine!