Vom Trophy-Neuling zum Höhenmeter-Sammler
Bruder Christoph (l) hat Paul von Holzen letztes Jahr mit dem Gümmeler-Virus infiziert.
Paul von Holzen fährt seit knapp einem Jahr Rennvelo. Seine erste grössere Tour führte ihn direkt aufs Stilfserjoch. Heute steht er auf dem Podest der Höhenmeter-Challenge der Zugerberg Finanz Trophy.
«Ich plage mich halt gern», sagt Paul von Holzen und erklärt damit seine aktuelle Top-Position, die er zum Start der Trophy so nicht erwartet hatte. Angefangen hat alles im Juli 2025: Auf Ricardo kaufte er sich ein Rennvelo, das gleiche Modell wie sein Bruder Christoph fährt. Mit dem Mountainbike ist der pensionierte Autospengler schon seit Jahren unterwegs und geniesst vor allem die ruhigen Ausfahrten in der Natur sowie die Downhill-Passagen. «Ich merkte schnell: Rennvelo und Mountainbike sind zwei komplett verschiedene Paar Schuhe. Beim kleinsten Windstoss schwankte ich. Trotzdem wagte ich mich gleich an die grosse Tour aufs Stilfserjoch. Ich bin unterwegs zwar mindestens viermal gestorben, aber das Gefühl oben war unbeschreiblich und machte mich richtig stolz.»
Am liebsten ist er allein oder mit seinem Bruder unterwegs. «Ich mag es, mein Tempo selbst zu bestimmen und Pausen dann einzulegen, wenn es für mich passt. Und man kommt immer wieder mit Leuten ins Gespräch, das ist einfach grossartig.» Diese spontanen Begegnungen schätzt er auch auf den Strecken der Zugerberg Finanz Trophy. Zwar hatte er im letzten Jahr bereits das Brevet absolviert (alle Bergstrecken an einem Tag), doch wie die Trophy genau funktioniert, war ihm noch nicht ganz klar. «Im Winter habe ich mich eingelesen und Ende März meine ersten Walking-Runden im Steinhauser Wald gemacht. Anfang April nahm ich den Horben mit dem Rennvelo in Angriff und schaffte gleich drei Fahrten hintereinander.»
Er spürte, dass er fit ist. Es folgte die Etappe von Root auf den Michel, die er fast dreissig Mal absolvierte, mit einem Rekordtag von sechs Fahrten am Stück. Dazu kommen zahlreiche Walking-Runden, unter anderem auf der Heimetappe in Menzingen. «Man ist zwar viel auf Asphalt unterwegs, aber die Aussicht ist einfach fantastisch», schwärmt der passionierte Sportler.
Die Ranglisten der Trophy beachtete Paul lange kaum, denn zu den Schnellsten gehört er nicht unbedingt. Doch seit ihn sein Bruder auf seine Position in der Höhenmeter-Challenge aufmerksam gemacht hat, hat es ihn gepackt. Jetzt will er dran bleiben.
Anmerkung: Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zum Zeitpunkt des Austausches lag Paul vorn, dann überholte ihn Peter Berweger. Nun hat Paul aber wieder Boden gut gemacht - Wer gerade vorn liegt, siehst du hier.